Therapie zur Verbesserung von Sprechbewegungen bei kindlicher Aussprachestörung durch Planungsprobleme.
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Kinder mit einer kindlichen Sprechapraxie (KSAX) zeigen eine Beeinträchtigung der Ausführung von Sprechbewegungen. Dies erfordert in der logopädischen Therapie einen sprechmotorischen Behandlungsansatz. Einen solchen bietet das Therapiekonzept “KoArt” von Ulrike Becker-Redding. Das Ziel hier ist es, sprechmotorische Bewegungseinheiten sukzessive aufzubauen und sie so lange einzuüben, bis sie automatisiert ausgeführt werden können. Das Konzept beruht auf den Prinzipien des motorischen Lernens und folgt einem festgelegten Protokoll, um die Bewegungsabläufe korrekt einzuschleifen.
Bei Verdacht auf verbale Dyspraxie schauen wir besonders auf die Sprechplanung: Wie gelingen Lautfolgen? Gibt es Suchbewegungen, wechselnde Fehler, Schwierigkeiten bei längeren Wörtern oder beim Nachsprechen? Wir kombinieren Anamnese, standardisierte und spielerische Testverfahren sowie eine genaue Sprech- und Mundmotorikbeobachtung. So können wir Dyspraxie-Anzeichen von anderen Aussprachestörungen unterscheiden.
Logopädische Therapie bei verbaler Dyspraxie ist hoch individuell. Wir setzen auf häufiges, strukturiertes Üben mit klaren Zielwörtern und Lautfolgen, damit das Gehirn neue Bewegungsabläufe fürs Sprechen sicher abspeichern kann. Eltern bekommen einfache Übungsideen für zuhause – kurz, regelmäßig und ohne Druck – damit sich Fortschritte im Alltag festigen.
Kinder sollen sich beim Sprechen ausprobieren dürfen – ohne Stress. Wir arbeiten spielerisch, motivierend und in kleinen Schritten. Bei Bedarf stimmen wir uns mit Ärzt*innen, Frühförderung, Ergotherapie oder Kita/Schule ab, damit alle am gleichen Ziel arbeiten.
Eine Störung der Sprechplanung. Das Kind weiß, was es sagen will, kann jedoch die Bewegungsabläufe für Laute und Wörter nicht zuverlässig abrufen.
Typisch sind wechselnde Fehler, Schwierigkeiten bei längeren Wörtern, auffälliges „Suchen“ nach Lauten und eine deutlich schwankende Verständlichkeit.
Wie lange eine logopädische Therapie bei kindlicher Sprechapraxie (KSAX) dauert, lässt sich nicht allgemein sagen. Maßgebliche Faktoren sind u.a. der Schweregrad der Störung, das Alter des Kindes, die Häufigkeit der Therapie, die Übungsintensität zu Hause sowie mögliche Begleiterkrankungen. Insgesamt ist die Therapie bei kindlicher Sprechapraxie aber eher eine langfristige Behandlung.
Das Konzept beruht auf den Prinzipien des motorischen Lernens und erfordert daher eine hohe Wiederholungsfrequenz. Die erarbeiteten sprechmotorischen Bewegungseinheiten sollten regelmäßig jeden Tag wiederholt werden, um einen Therapieerfolg nachhaltig zu erzielen.
Kurz und regelmäßig üben bringt mehr als selten und lange: Schon 5 bis 10 Minuten täglich sind wirksamer als eine lange Einheit pro Tag. Außerdem muss auch immer auf die Qualität der Ausführung geachtet werden.
Kinder, die nach diesem Behandlungsansatz therapiert werden, zeigen früh erste Fortschritte. Erste Pilotstudien belegen dies ebenfalls.
Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Wir unterstützen Menschen dabei, sich verbal auszudrücken, verstanden zu werden und mit Freude zu kommunizieren – einfühlsam, individuell und mit ganzem Herzen.